EIN STÜCK NEUE HOFFNUNG

Claudia G. war eine junge Frau mit langem, gewelltem, blonden Haar. Sie arbeitete bei einer privaten Paket- und Briefverteilungsstelle, in der das Thema Sicherheit am Arbeitsplatz vom Inhaber der Firma nicht sonderlich genau genommen wurde.
Durch einen tragischen Unfall geriet sie mit ihren Haaren unter ein Förderband, das daraufhin nicht – wie es eigentlich von den Sicherheitsvorschriften her hätte sein müssen – automatisch stoppte, sondern sie innerhalb von Sekunden regelrecht skalpierte. Nur mit großem Glück überlebte die junge Frau diesen schweren Unfall überhaupt.
Dennoch musste und muss sie auch nach der “Genesung” mit großen körperlichen Beeinträchtigungen leben, die auf die Beschädigungen der Nerven der Kopfhaut zurückzuführen sind. So ist zum Beispiel ein Aufenthalt im Freien für sie nur stundenweise möglich.
Dazu kam die enorme psychische Belastung durch den Verlust ihrer Haare. Eine normale Perücke kam für Claudia G. nicht in Frage, da selbst das feinste Netz einen unangenehmen Juckreiz auf der Kopfhaut hervorruft.
Zudem träumte sie davon, wieder lange, gewellte, blonde Haare zu haben – kurz, wieder ein Stück weit sie selbst zu sein.
Sie wandte sich an Siggi Ebenhoch, Spezialist in Sachen fachgerechte Versorgung mit Zweithaar und Gründer des SPFfK (Solidarpakt der Friseure für Krebspatienten). Gemeinsam mit ihr entwickelte Siggi Ebenhoch eine optimale Lösung, die es Claudia G. ermöglicht, zumindest wieder stundenweise das Haus zu verlassen und sich wieder mit einem besseren Gefühl zeigen zu können.
Eine Spezialperücke der Firma Haar Vital, die im Vorder- und Oberkopfbereich mit einer besonderen Folie gearbeitet ist, in die die Haare nicht hineingeknüpft, sonder gestochen sind, wird die Kopfhaut vor Wärme und Kälte sowie vor einer zu starken Reibung geschützt. Um einen natürlichen Fall der Haare zu erreichen, wurden Naturschnitthaare verwendet, bei denen die Schuppenschicht noch vorhanden ist. Um die von Claudia G. gewünschte Wellung dauerhaft zu erhalten, wurden die Haare mit einem Spezialverfahren thermisch umgeformt, so dass kein Substanzverlust entstehen kann, wie das bei einer chemischen Umformung zuweilen der Fall ist.

Dank einer thermischen Umformung wird das Haar dauerhaft gewellt. Auch Luftfeuchtigkeit kann den Locken so nichts mehr
anhaben. Bei dieser Art der Umformung ist ein Substanzverlust der Haare nicht möglich.
Ein Fall wie dieser zeigt, wie gut es ist, dass es zum einen Friseure gibt, die in ihrem Beruf auch gern mal über “das Übliche” hinausgehen und Menschen wirklich helfen wollen und zum anderen Firmen, die kontinuierlich daran arbeiten, Spezialprodukte für solche besonderen Situationen weiterzuentwickeln.

Geschafft! Alle freuen sich über den tollen Erfolg. Langes, blondes und gewelltes Haare ist für Claudia G. nicht länger mehr nur ein Traum… Ein Stück Lebensqualität und ein großes Stück der eigenen Identität konnte Claudia G. zurückgegeben werden – auch ein Mut machendes Beispiel für Menschen in einer ähnlichen Situation.
Quelle: Friseurwelt August/2005
